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4.4 Verwendbare Glasarten

1) Zur Gewährleistung des Schutzes von Personen gegen (Schnitt-) Verletzungen sind auf der stoßzugewandten Seite von absturzsichernden Verglasungen ausschließlich Glasarten mit der Eigenschaft sicheres Bruchverhalten (siehe, E DIN 18008-1:2019-06), verwendbar, d.h. hier darf nur Einscheibensicherheitsglas (ESG, ESG-H), Verbundsicherheitsglas (VSG) oder Verbundglas aus ESG (VG/ESG) verwendet werden.

In der nachfolgenden Tabelle werden Glasarten für absturzsichernde Verglasungen, jeweils unterteilt in Einfachglas und Mehrscheiben-Isolierglas, für die einzelnen Kategorien aufgeführt.

Kategorie Einfachverglasung Isolierverglasung
innen ¹) außen
A VSG ⁴) VSG ⁴)
ESG ³)
VG (aus ESG)
beliebig ²)
VSG ⁴)
VSG ⁴)
VSG ⁴)
B VSG  ⁴)
C1,C2 VSG ⁴) ESG ³)
VSG ⁴)
VSG ⁴)
VSG ⁴)
beliebig
VSG ⁴)
C1,C2
allseitig linieförmig
gelagert
VSG ⁴)
ESG ³)
ESG ³)
VSG ⁴)
VG (aus ESG)
beliebig
VSG ⁴)
VSG ⁴)
C3 VSG ⁴) VSG ⁴)
ESG ³)
VG(aus VSG)
VSG ⁴)
beliebig
VSG ⁴)
VSG ⁴)
VSG ⁴)
VSG ⁴)

 

  1. Stoßzugewandte Seite (Angriffsseite)
  2. Floatglas, Gussglas (Drahtglas, Ornamentglas), Einscheiben – Sicherheitsglas, Verbund – Sicherheitsglas, Verbundglas, teilvorgespanntes Glas
  3. Anwendungsbereiche, für die ESG mit Heißlagerungsprüfung (heat-soak-test) gefordert sind, ist ESG-H, zu verwenden
  4. Dickenverhältnis der Einzelscheiben von VSG darf max.1,7 betragen z.B. VSG 16 aus 10 mm+6mm ist noch zulässig.

Tabelle 3: Verwendbare Glasarten für absturzsichernde Verglasungen

Mit Ausnahme allseitig linienförmig gelagerte Verglasungen der Kategorie C1 und C2, muss immer mind. eine Glasschicht, im Glasaufbau einer absturzsichernden Verglasung, aus Verbundsicherheitsglas enthalten sein.

Bei asymmetrischen Glasaufbauten von Verbundsicherheitsglas darf das Verhältnis von dickerer Scheibe zu dünnerer Scheibe den Wert von 1,7 nicht überschreiten.

Beispiel:
VSG 16 aus Einzelschichten mit 10 mm + 6 mm ergibt ein Dickenverhältnis von
1,67 und wäre somit gerade noch als VSG für absturzsichernde Verglasungen verwendbar. Mit der Begrenzung des Wertes auf maximal 1,7 soll verhindert werden, dass Verbundsicherheitsglas mit sehr unterschiedlichen Einzelglasdicken verwendet wird, bei dem nach Bruch der dickeren Scheibe, ausgelöst zum Beispiel durch einen Kantenstoß, nur noch die viel dünnere Scheibe für die Aufrechterhaltung der Absturzsicherung (nach Bruch) zur Verfügung steht.

 

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