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1.5 Oberflächenbehandlungen

Die vorspannbaren Glasarten wie ESG, heißgelagertes ESG-H und TVG können durch eine keramische Oberflächenbehandlung (Emaillierung) teil- oder vollflächig bedruckt werden. Die keramische Beschichtung wird im Zuge des Vorspannprozesses mit der Glasoberfläche verschmolzen. Mit der Emaillierung wird die Beanspruchbarkeit der Verglasung herabgesetzt. Es liegt damit eine festigkeitsmindernde Oberflächenbehandlung vor. Werte der charakteristischen Biegezugfestigkeit von emaillierten Glasarten können der jeweiligen Produktnorm, z.B. DIN EN 12150 für Einscheibensicherheitsglas, entnommen werden.

 

 

Glasprodukt Charakteristische
Biegezugfestigkeit1)

[N/mm²]
Gussglas 25,0
Drahtglas 25,0
Floatglas 45,0

 

TVG

70,0
Emailliertes TVG 45,0
ESG 120,0
Emailliertes ESG 75,0
1)Unabhängig von den angegebenen Werten gelten die Werte der entsprechenden Produktnorm bzw. der AbZ.

 

Bei Verbundsicherheitsglas darf die emaillierte Oberfläche zur PVB-Folie hin orientiert werden.

Dünnschichtige Funktionsbeschichtungen aus Metalloxiden, wie sie für Sonnen-schutz- oder Wärmeschutzverglasungen Verwendung finden, sowie organische Glasbeschichtungen (lackiertes Glas) sind nicht als festigkeitsmindernde Oberflächenbehandlungen einzustufen. Oberflächen von organischen Glasbeschichtungen dürfen bei Verbundsicherheitsglas nicht zur PVB-Folie hin orientiert sein.

Glas mit mechanischer oder chemischer Oberflächenbehandlung, wie Sandstrahlen oder Ätzen, ist vom Regelungsbereich dieser Norm nicht erfasst. Die Verwendung von gesandstrahltem oder geätztem Glas erfordert einen entsprechenden Verwendbarkeitsnachweis (abZ, ZiE).

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Leitfaden „Glas im Bauwesen“ 2021

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